Die Evolution der textbasierten Kommunikation

Themengebiet: Technisches

Beispiel für die Nutzung von RCS im hHndel
 
Rich Communication Service (kurz RCS) ist ein von der GSMA entwickelter Mobilfunkdienst der eine wichtige Entwicklung im Bereich der SMS-Kommunikation darstellt. Der neue Standard könnte die klassische SMS schon bald durch eine moderne und interaktive Messaging-Plattform ersetzen – und so zu einer verbesserten Nutzererfahrung beitragen.
 

Ein neuer und universeller Messaging-Dienst

Durch RCS wird die Funktionalität von SMS-Nachrichten um zahlreiche Features erweitert. Dazu gehören: das Teilen von Bildern, Videos, Dokumenten oder Standortinformationen,  Instant Messaging, Einzel- und Gruppenchats und auch Videoanrufe.
Den größten Vorsprung gegenüber anderen Messaging-Anbietern hat RCS im Hinblick auf seine Reichweite: RCS soll zukünftig nämlich standardmäßig in alle Mobilgeräte integriert sein. Das bedeutet, dass die Nutzer von Mobilgeräten keine spezielle App mehr herunterladen und installieren müssen, um z.B. Fotos auszutauschen oder Sprachnachrichten zu versenden.

“Wenn erst einmal jeder RCS auf seinem Gerät hat, wird der Service als universeller Messaging-Dienst genutzt werden – so wie derzeit WhatsApp.”  – Michael Power, Product Manager bei Esendex

Zusätzliche Sicherheit beim Datentransfer

Ein wichtiger Fokus wird bei der Entwicklung von RCS auf den Punkt Sicherheit gelegt. Das ist vor allem für Unternehmen, wie z.B. Banken, relevant, die den Service in Zukunft beispielsweise für den Versand von sensiblen Daten nutzen möchten.
RCS-Nachrichten werden darüber hinaus verschlüsselt versendet; Erst sobald eine Nachricht beim Netzwerkbetreiber ankommt, kann sie, den gesetzlichen Vorschriften entsprechend, entschlüsselt werden.

Aktuelle Entwicklungen und Neuheiten

Im November 2016 wurde von der GSMA erstmals ein Standard für RCS unter dem Namen “Universal Profile 1.0” veröffentlicht, der den Grundstein für weitere Entwicklungen gelegt hat. Durch die Standardisierung kann nun an einem gemeinsamen Produkt gearbeitet werden. Der weiterentwickelte Standard “Universal Profile v2” soll mit zusätzlichen Funktionen im Sommer präsentiert werden.
Derzeit arbeitet die GSMA im Rahmen des von der Organisation ins Leben gerufene “IP-Messaging Lab” mit Netzwerktreibern an einem möglichen Verkaufsmodell für RCS. Gleichzeitig ist Google kurz davor, RCS als “Early Access Program” für alle verfügbar zu machen. Das erlaubt Unternehmen und Entwicklern die neuen Features zu testen.
Vor ungefähr einer Woche gab Google außerdem die letzten Neuerungen bekannt: RCS-Nutzer werden die Möglichkeit haben, direkt von der RCS-Plattform aus mit anderen Programmen zu interagieren und beispielsweise Kalendereinträge hinzufügen oder einen Standort via Google Maps aufzurufen. Außerdem erlaubt die Plattform, Kontakte zu blockieren oder sich von Chats abzumelden und so die Privateinstellungen selbst festzulegen.
 
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